Implantologie
Endlich wieder feste Zähne
Implantate sind "künstliche Zahnwurzeln" aus Titan oder auch Keramik, die im Kieferknochen verankert werden, vom Knochen umwachsen werden und obenauf den Zahnersatz tragen.
Doch die Disziplin der Implantologie umfasst viel mehr als das bloße Einbringen des Implantates in den Knochen! Auch der Aufbau verlorengegangenen Knochens und Weichgewebes um das Implantat herum sind ein großer Bereich, in dem in den letzten Jahrzehnten enorm viel Forschung bezüglich unterschiedlichster Materialien erfolgte und der ein umfassendes Verständnis über die Biologie der Hart- und Weichgewebe voraussetzt!
Damit ein Implantat ästhetisch und funktionell ein langfristiger Erfolg wird, ist eine ausführliche und korrekte Planung der Implantatposition und der prothetischen Versorgung wichtig, um Risiken wie eine Periimplantitis zu minimieren.
Wir kennen uns in all diesen Bereichen sehr gut aus und beraten Sie gerne bei all Ihren Fragen zur Implantologie!
Wenn schon neue Zähne, dann mit Biss!
Unsere Expertise
ZA Valentin Scharpf hat einige Jahre in einer Praxis mit chirurgisch-implantologischem Schwerpunkt gearbeitet und konnte in den Bereichen Implantologie und Sofortimplantation viel Erfahrung sammeln. Mit dem Thema Sofortimplantation hat er sich auch wissenschaftlich im Rahmen seiner Dissertation auseinandergesetzt.
Dr. Fridolin Meinert hat die dreijährige Vollzeitweiterbildung zum Fachzahnarzt für Oralchirurgie abgeschlossen, zwei Jahre davon an der Oberschwabenklinik in Ravensburg. Außerdem hat er durch seinen berufsbegleitenden dreijährigen Masterstudiengang "Parodontologie und Implantattherapie" zusätzliche Expertise im Bereich Implantologie, Augmentationschirurgie und Weichgewebschirurgie aufgebaut.
Unsere Leistungen auf einen Blick
Implantate im Allgemeinen
Sofortimplantate: D.h. das minimalinvasive Entfernen eines Zahnes erfolgt in der selben Sitzung wie das Setzen des Implantates und der häufig nötige, aber sehr minimalinvasive Aufbau von Knochen und Weichgewebe am Implantatlager. Das spart spätere, komplexe und zeitaufwendige Opertionen!
feste Zähne an einem Tag: Ein spezielles OP-Verfahren, das zum Tragen kommt, wenn wirklich keine erhaltungswürdigen Zähne mehr vorhanden sind. In einem größeren EIngriff, der meist in Vollnarkose stattfindet, werden die Zähne gezogen, Implantate gesetzt und diese mit einem festsitzenden Langzeitprovisorium versorgt.
Weichgewebschirurgie: Zieht sich über die Jahre an alten Implantaten das Zahnfleisch zurück, kann ein minimalinvasiver chirurgischer Weichgewebsaufbau nötig werden.
Augmentationschirurgie: Knochenaufbau bei nicht-ausreichendem Knochenangebot vor implantologischen Eingriffen
Sinuslift: Durch das Anheben der schneiderschen Membran in der Kieferhöhle kann ein Raum geschaffen werden, der mit Ersatzknochen gefüllt wird, um ausreichend Knochen für Implantate im Oberkieferseitenzahnbereich zu schaffen.
Mikrochirurgie: minimalinvsive Eingriffe, dank speziellem Instrumentarium, extrem filigraner Nähte, Lupenbrille und Mikroskop
Eigenbluttherapie: vor dem Eingriff nehmen wir Ihnen Blut ab. Dieses wird schonend zentrifugiert, wodurch man spezielle Blutbestandteile gewinnt, die sich sehr förderlich auf die Wundheilung auswirken.
Piezochirurgie: ein spezielles OP-Verfahren, bei dem spezielle minimlinvasive Instrumente mittels Ultraschallvibration Knochen bearbeiten können ohne dabei Weichgewebe zu verletzen. Das heißt das Risiko Nerven oder Gefäße zu verletzen wird auf ein Minimum reduziert!
Periimplantitistherapie: Als Schwerpunktpraxis für Parodontologie kümmern wir uns natürlich auch um Entzündungen von Zahnfleisch und Knochen an bestehenden Implantaten.
Ihre Vorteile
Expertise dank ausführlicher Aus- und Weiterbildung
präzise, digitale Planung von Implantatposition und -versorgung
Genau an der geplanten Sgtelle inserierte Implantate dank schablonengeführter Implantologie
Wir nehmen uns Zeit, für die Aufklärung, den Eingriff und die Nachsorge
Präzision und verbesserte Heilung dank modernster OP-Technik, Lupenbrille, Mikroskop und minimalinvasivem Instrumentarium (Mikrochirurgie, Piezochirurgie, Eigenbluttherapie etc.)
geschulte und erfahrene Mitarbeiter: Die meisten unserer zahnmedizinischen Fachangestellten haben auch langeZeit in chirurgischen Praxen gearbeitet und können Sie daher sicher betreuen. Sedierungen und Narkosen werden bei uns durch ein erfahrenes Anästhesieteam durchgeführt.
Was sind Implantate
Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die an ihrer Oberfläche meist ein Außengewinde aufweisen und im Kieferknochen verankert werden. Ähnlich dem Einbringen einer Schraube, wird erfolgt erst eine Vorbohrung des Implantatlagers im Knochen, in das dann das Implantat mit einem vorgegebenen Drehmoment inseriert wird.
Die Oberflächenstruktur von Implantaten ist rau. Das liegt an einer Vielzahl mikroskopisch kleinen Porositäten und Einbuchtungen. Diese Oberflächenstruktur wird durch eine spezielle Oberflächenbehandlung im industriellen Fertigungsprozess erreicht. Sie bietet dem Kieferknochen die Möglichkeit, an das Implantat heran und in die Porositäten hineinzuwachsen, wodurch das Implantat seine endgültige Stabilität erlangt. Dieser Prozess heißt Osseointegration.
Der Anteil des Implantates, der an der Knochenkante liegt, die s.g. Implantatschulter ist meist so konstruiert dass hier eine Aufbaustruktur (Abutment) aufgesteckt und mit einer Innenschraube festgezogen werden kann.
Das Epithel des Zahnfleisches haftet durch grazile Zelloberflächenkontakte (Hemidesmosomen) an der Oberfläche der Implantatschulter, bzw. des Abutments. Bindegewebige Fasern sorgen dafür, dass sich das Zahnfleisch fester an die Oberfläche anlagert. Insgesamt ist die Verbindung zwischen Zahnfleisch und Abutment empfindlich, weshalb eine gründliche Pflege und Nachsorge wichtig für den Implantaterfolg sind! Diese Versiegelungszone schützt den darunterliegenden Knochen vor eindringenden Bakterien!
Auf dem Abutment wird dann der Zahnersatz befestigt. Klassisch wird dieser zementiert, allerdings läuft man hier Gefahr, dass Zementreste die empfindliche Versiegelungszone reizen und diese durch eine Entzündung zerstört wird, so dass es zu Knochenabbau um das Implantat herum kommen kann (Periimplantitis).
Aus diesem Grund wird bei uns Zahnersatz, außer es ist nicht anders möglich, okklusal verschraubt! Dabei werden die Restauration und das Abutment im Labor verklebt. Um an die Schraube im Abutment zu kommen, ist auf der Kaufläche ein Loch, das nach dem Festziehen der Schraube mit Kunststoff verschlossen wird.
Abgesehen vom reduzierten Periimplantitisrisiko, kommt man so bei Problemen auch immer einfach an das Implantat, indem man die Restauration mitsamt Abutment einfach wieder abschraubt.
Sofortimplantate
Wenn ein Zahn entfernt wird, dann kommt es in den Wochen bis Monaten danach zu einem Knochenumbau (Remodeling). Die Folge? Der Kieferkamm wird schmaler und meist wird ein Knochenaufbau erforderlich, um wieder ausreichend Knochenvolumen zu schaffen, um ein Implantat zu verankern. Insbesondere im ästhetisch wichtigen Frontzahnbereich ist der Verlust des Volumens an Knochen und Zahnfleisch, das häufig beim Lächeln mit zum Vorschein kommt, ein großes Problem. Hinzu kommt die Bildung von Narbengewebe, das nach einem aufwendigen Knochenaufbau entsteht.
Um dem übermäßigen Volumenverlust vorzubeugen, hat sich in neuerer Zeit das Verfahren der Sofortimlantation durchgesetzt. Innerhalb eines einzigen Eingriffs erfolgt die Zahnentfernung, die Implantatinsertion und eine minimalinvasive Anlagerung von Hart und Weichgewebe. Letztere ist notwendig, da es auch nach der Implantation zu einem leichten Remodeling. Um dieses gleich zu kompensieren wird mikrochirurgisch Knochenmaterial und Weichgewebe an das Implantat angelagert.
Je nachdem wie fest das Implantat in den Knochen inseriert werden kann (Primärstabilität), kann in der selben Sitzung sogar ein festsitzendes Provisorium auf dem Implantat befestigt werden! Falls dies nicht möglich ist, wird ein individualisierter Gingivaformer eingebracht, der das Austrittsprofil des Zahnes aus dem Zahnfleisch kopiert und die Papillen stützt.
Ist das Implantat erfolgreich osseointegriert, erfolgt die Versorgung mit der definitiven Krone, die dank der Knochen- und Weichgewebserhaltung, wie ein natürlicher Zahn aus dem Zahnfleisch tritt, das ist perfekte Rot-/Weiß-Ästhetik.
Digitale Implantatplanung
Alle implantologischen Eingriffe werden bei uns mit modernster Software geplant. Dabei wird die Implantatposition anhand der geplanten prothetischen Versorgung ausgerichtet (backward Planning). So weiß man von vornherein, ob und an welcher Stelle Knochen oder Weichgewebe aufgebaut werden müssen, um Perfekte Verhältnisse um das Implantat zu schaffen.
Für die digitale Planung werden die Daten aus Intraoralscan und 3D-Röntgenbild zusammengeführt. Durch die präzise Planung der Implantatposition kann die Anzahl notwendiger Eingriffe minimiert werden.
Guided Surgery
Auf Basis der digitalen Planung wird eine Bohrschablone angefertigt. Mit ihrer Hilfe wird gewährleistet, dass die Implantate auch genau an der Stelle gesetzt werden, an der sie auch geplant wurden.
Die Bohrschablone wird in der Regel aus Kunststoff 3D gedruckt und enthält oft s.g. Bohrhülsen aus Metall, durch die die Implantatbohrer geführt werden. Außerdem wird der Bohrer durch die Hülse auf der Tiefe gestoppt, bis zu welcher das Implantat inseriert werden soll. In der OP wird die Schablone auf den Nachbarzähnen abgestützt, um sie stabil zu fixieren.
Der Knochen -
Wie man aus zu wenig mehr macht!
Knochenaugmentation
Der Zahn ist mit seiner Wurzel über die Scharpey'schen Fasern im knöchernen Zahnfach aufgehängt. Der Beim Kauen auf den Zahn ausgeübte Druck wird durch diese Fasern in eine Zugbelastung umgewandelt und auf den Knochen übertragen. Diese Zugkräfte sind der natürliche Wachstumsreiz für den Alveolarknochen. Wird ein Zahn entfernt, dann geht dieser Wachstumsreiz verloren und der Knochen baut sich über die Wochen und Monate nach dem Verlust des Zahnes um (Remodeling). Die Folge? Der knöcherne Kieferkamm wird schmaler und das Volumen in Breite aber auch Höhe geht verloren.
Der Begriff "Knochenaugmentation" beschreibt den Aufbau des verlorengegangenen Knochens mit Eigenknochen oder Knochenersatzmaterial.
Über die Jahre wurden viele verschiedene Techniken und Materialien entwickelt, um dieses Ziel zu erreichen. Dabei muss allerdings auch immer die komplexe Biologie bei der Neubildung von Knochen beachtet werden, die auf der sehr ausgeklügelten Kommunikation zwischen den Zellen über Wachstumsfaktoren beruht.
Dabei werden zwei wichtige biologische Eigenschaften unterschieden, die das Aufbaumaterial mitbringen sollte:
osteokonduktiv: Das Material liefert ein Gerüst, an dem knochenbildende Zellen entlangwachsen und Knochen bilden können
osteoinduktiv: Das Material selbst kann durch Wachstumsfaktoren Stammzellen im Knochen dazu anregen, sich zu knochenbildenden Zellen zu entwickeln.
Knochenersatzmaterial
Die Entnahme von Eigenknochen erfolgt meist nicht an der Stelle, an der der Knochenaufbau notwendig ist. Daher eröffnet man hier ein zweites OP-Feld, was en Eingriff für den Behandler schwieriger und für den Patienten unangenehmer macht. Daher kam die Idee auf, Knochenersatzmaterial für die Augmentation zu verwenden und so auf die zweite Entnahmestelle verzichten zu können.
Knochenersatzmaterialien waren daher über Jahrzehnte hinweg im Fokus der klinischen Forschung und die Industrie brachte eine Vielzahl unterschiedlichster Knochenersatzmaterialien und Membranen auf den Mark.
Knochenersatzmaterialien lassen sich nach ihrer Herkunft einteilen in:
xenogen: Das Material ist tierischen Ursprungs und kommt meist vom Rind (bovin) oder Schwein (porcin). Diese Materialien sind rein osteokonduktiv.
allogen: Grundlage des Materials ist menschlicher Knochen, der durch spezielle Verfahren entimmunologisiert wird. Allogener Knochen ist osteokonduktiv und kann je nach Aufbereitung auch osteoinduktive Wirkungen aufweisen.
alloplastisch: Das Knochenersatzmaterial wird komplett synthetisch hergestellt ohne natürlichen Ursprung, z.B. aus Hydroxylapatit. Diese Materialien sind am wenigsten biologisiert und wirken nur osteokonduktiv.
Osteokonduktive Ersatzmaterialien werden zwar von Knochen durchwachsen, aber die Partikel selbst werden nicht zu Knochen, sondern bleiben in diesem eingeschlossen. Das kann das Einwachsen von Implantaten negativ beeinflussen, da diese möglichst viel Kontaktfläche zu körpereigenem Knochen haben sollten! Andererseits haben insbesondere die xenogenen Materialien eine hohe Volumenstabilität und werden deshalb in Bereichen genutzt, wo es primär darauf ankommt.
Eigenknochen - der Goldstandard
Eigenknochen(autologer Knochen) bleibt der Goldstandard in der Augmentationschirurgie, da er von allen Materialien die höchste Biologisierung aufweist, keine immunologischen Abstoßungsreaktionen verursachen kann und sowohl osteokonduktiv als auch osteoinduktiv wirkt.
Bei sehr großen Defekten wird der Eigenknochen aus der Hüfte gewonnen und erfordert einen stationären Eingriff, z.B. beim Aufffüllen extrem großer Zysten. Für implantologische Augmentationen im ambulanten Bereich wird der Eigenknochen aus dem Kieferknochen gewonnen. Bei kleinen Defekten kann der Knochen verwendet werden, der bei der Implantatbohrung anfällt. Mittlere bis größere Defekte erfordern eine separate Entnahmestelle, i.d.R. im Bereich des Kieferwinkels hinter dem letzten Backenzahn im Unterkiefer oder auch am Kinn (seltener).
Der Knochen wird je nach Zweck mit einem Schaber als Späne oder mit einer mikrochirurgischen Säge als Block gewonnen. Der Block wird dann meist nochmal geteilt und ausgedünnt, so dass Schalen und Späne entstehen, die im Defektbereich angeschraubt werden und so eine 3D-Augmentation ermöglichen ("Schalentechnik nach Khoury")
Da Eigenknochen keinerlei biologisches Risiko aufweist, ist er unser Mittle der Wahl!
Sinuslift
Im Seitenzahnbereich des Oberkiefers ist der Knochen um die Zahnwurzeln, die in die Kieferhöhle hineinragen, sehr dünn. Geht ein Zahn verloren, dann dehnt sich die Kieferhöhle aufgrund ihrer Belüftung (Pneumatisierung) auch in den Bereich aus, in dem vorher die Zahnurzeln waren.Dadurch wird der für ein Implantat zur Verfügung stehende Knochen noch dünner!
Der Sinuslift ist ein chirurgisches Verfahren, bei dem die, die Kieferhöhle auskleidende Schleimhautschicht (Schneider'sche Membran) im Bereich des Implantates anngehoben wird. Darunter wird Knochenmaterial eingebracht, dass in der darauffolgenden Zeit verknöchert und dann ein stabiles Implantatlager bietet.
Je nach Zugang unterscheidet man einen internen Sinuslift (Zugang direkt über die Implantatbohrung und einen externen Sinuslift (Zugang über ein Fenster in der seitlichen Kieferhöhlenaußenwand). Welches Verfahren angewendet werden kann, wird nach den individuellen Gegebenheiten des Falles entschieden.
Piezochirurgie
Bei diesem modernen OP-Verfahren werden die Instrumente zur Bearbeitung des Knochens durch den piezoelektrischen Effekt in Schwingung versetzt.
Die dabei erzeugten Ultraschallvibrationen sorgen für einen äußerst präzisen Schnitt durch den Knochen.
Die Ultraschallvibrationen wirken nur auf harte, kalzifizierte Strukturen. So wird nur Knochen geschnitten und Weichgewebe, Gefäße und Nerven werden maximal geschont.
Das Weichgewebe -
entscheidend für den Langzeiterfolg!
Stabiles Weichgewebe
Das Weichgewebe um das Implantat ist ausschlaggebend für den Langzeiterfolg eines Implantates, denn der grazile Verbund zwischen dem Epithel, also der obersten Zellschicht des Zahnfleischs, und der Inplantatschulter, bzw. dem Abutment, versiegelt den darunterliegenden Knochen vor bakteriellen Einflüssen aus der Mundhöhle.
Wird die Anhaftung des Epithels gestört und gelangen Bakterien hindurch, dann kommt es zu einem Knochenabbau um das Implantat herum (Periimplantitis). Mittelfristig führt dies unbehandelt zum Implantatverlust!
Leider wird bei Implantationen nicht immer von vornherein auf ausreichend dimensionierte und stabile Weichgewebsverhältnisse geachtet. Diese im Nachgang zu schaffen ist deutlich schwieriger!
Schleimhaut- und Bindegewebstransplantat
Auch beim Aufbau von verlorengegangenem Weichgewebe ist körpereigenes Gewebe der Goldstandard, da es immunologisch als körpereigen erkannt wird und voll ist mit gewebebildenden Zellen und Wachstumsfaktoren.
Dabei unterscheidet man zwischen freien Schleimhauttransplantaten, bei denen das Schleimhautepithel zusammen mit den direkt darunterliegenden Schichten von Bindegewebe transplantiert wird, und s.g. Bindegewebstransplantaten, die ausschließlich Bindegewebe umfassen.
Beide Arten der Gewebetransplantation erfüllen unterschiedliche Zwecke und für beide gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Modifikationen in der OP-Technik. Die typischen Entnahmestellen für Bindegewebstransplantate sind der Gaumen und der Tuber (Bereich hinter dem letzten Oberkieferbackenzahn).
Die Entnahme erfolgt i.d.R. in örtlicher Betäubung, da der Bereich sehr gut zu betäuben ist! Auch die Abheilung erfolgt meist komplikationsfrei und ist am ehesten damit zu vergleichen, als hätten Sie sich den Gaumen an einem richtig heißen Stück Pizza verbrannt.
Als Alternative zum Eigengewebe können Kollagenmatritzen auf der Basis tierischen Kollagens verwendet werden, die meist porcinen (vom Schwein) Ursprungs sind. Dabei schneiden sie auf Dauer nicht so gut ab wie das körpereigene Gewebe, da sie u.a. nicht so volumenstabil und deutlich weniger biologisiert sind! Sie kommen daher dann zum Einsatz, wenn bewusst auf die Entnahme eines Transplantats verzichtet werden soll, oder wenn die Gewebemenge nicht ausreicht, um den Defekt zu decken.
Periimplantitistherapie
Kommt es zum entzündlichen Abbau des Knochens am Implantat, dann wird dies als Periimplantitis bezeichnet. Dabei wird die <Implantatoberfläche von Bakterien besiedelt, die an der rauen Oberfläche gut anheften können und hier festes Konkrement bilden. In der Folge bilden sich tiefe Zahnfleischtaschen, die den Bakterien ein gutes Milieu zum Wachsen bieten und mit zunehmendem Knochenabbau zieht sich das Zahnfleisch zurück. Die Implantatwindungen liegen dann frei und Plaque haftet an.
Um den Knochenabbau zu stoppen und einen Implantatverlust zu verhindern, muss eine Periimplantitistherapie erfolgen. Diese umfasst folgende Schritte:
Reinigung der Implantatoberfläche: Die Implantatoberfläche und die Gewinde werden mechanisch von Konkrement und bakteriellen Belägen befreit. Dies erfolgt i.d.R. mit Titanbürstchen. Vielversprechende moderne Verfahren sind die elektrochemische Dekontamination und eventuell auch die Verwendung von Lasern.
Glätten freiliegender Gewindegänge: Freiliegende Gewindegänge des Implantates, können mit der häuslichen Mundhygiene nicht hygienisch sauber gehalten werden. Daher werden sie geglättet und poliert, damit dieser Bereich reinigbar wird und keine Anheftung neuer Bakterien möglich ist.
Defektaufbau: Je nachdem, wie der, durch den Knochenabbau entstandene, knöcherne Defekt geformt ist, lässt er sich mit Eigenknochen oder auch mit Knochenersatzmaterial zu einem gewissen Grad rekonstruieren.
Eine Periimplantis ist ein ernstzunehmendes Risiko bei Implantaten! Sie ist die Hauptursache für Implantatverlust. Deshalb sollten sowohl von zahnärztlicher Seite, aber auch von Patientenseite aus, alle präventiven Maßnahmen getroffen werden, um eine Periimplantitis zu vermeiden.
Eine Gesunde Lebensweise, regelmäßige Nachsorge und Prophylaxe und sehr gute häusliche Mundhygiene liegen in Ihrer Hand.
Die gewissenhafte Implantation, das stabile Weichgewebemanagement und die korrekte prothetische Versorgung nach aktuellem Stand der Wissenschaft ist unsere Aufgabe!
Vergrößerungshilfen
Wir operieren immer mit Lupenbrillen mit einer Mindesvergrößerung mit 4,5-fachem Faktor. In besonders schwer einsehbaren, filigranen Bereichen, in denen es auf jedes Detail ankommt, nutzen wir unser OP-Mikroskop, das uns eine homogene, coaxiale Ausleuchtung und eine bis zu 20-fache Vergrößerung liefert.
So entgeht uns kein Detail, denn man kann nur behandeln, was man auch sieht!
Mikrochirurgie
Wir verwenden bei allen operativen Eingriffen spezielles mikrochirurgisches Instrumentarium. Diese Instrumente sind sehr filigran und so konzipiert, dass sie das Gewebe kaum traumatisieren.
Damit lässt sich viel feiner arbeiten als mit Skalpellen, Raspatorien etc. in Standardgröße!
Zudem verwenden wir ausschließlich sehr feine bis extrem feine Nähte, je nach Indikation. Das atraumatische Fadenmaterial ist extra gewebeschonend.
Als Nahtgrößen kommen bei uns meist 5-0, 6-0 und 7-0 zum Einsatz. Dabei ist 7-0 besonders dünn und 5-0 der dickste Faden den wir verwenden. Zum Vergleich 5-0 Faden hat in etwa den Durchmesser eines dicken menschlichen Haares!
Dadurch werden die Gewebe während des Eingriffs nicht unnötig traumatisiert, die Heilung wird beschleunigt und die Narbenbildung minimiert.
Eigenbluttherapie
Um die Weichgewebsregeneration und Wundheilung zu unterstützen eignet sich die Eigenbluttherapie besonders gut.
Direkt vor dem Eingriff nehmen wir Ihnen Blut ab, welches in einer Zentrifuge in verschiedene Fraktionen separiert wird.
Durch schonende Zentrifugation des Blutes werden die Blutbestandteile isoliert, die besonders förderlich für die Wundheilung sind, z.B. Fibrin, Blutplättchen, Wachstumsfaktoren etc.
Aus der gewonnen festen Phase dem s.g. festen plättchenreichen Fibrin (solid PRF) lassen sich Membranen und Clots formen, die über die Wunde gelegt werden können.
Mit speziellen Zentrifugenröhrchen lässt sich auch flüssiges plättchenreiches Fibrin (=liquid PRF) gewinnen. Dieses eignet sich bestens, um Weichgewebe oder Zahnfleischtaschen zu unterspritzen.